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ETA-Fabrik: 40 Prozent Energieeinsparung in der industriellen Produktion

Durch geschickte Vernetzung von Anlagen und Industriegebäude lassen sich in der industriellen Produktion bis zu 40 Prozent Energie sparen. Das zeigte das Projekt „ETA-Fabrik“ unter Federführung des PTW, welches in einem Festakt am 11. April 2018 offiziell endete. Insgesamt wurden rund 15 Millionen Euro in das Forschungsvorhaben investiert. Davon stellten der Bund acht Millionen und das Land Hessen 1,2 Millionen Euro bereit. Vier Millionen Euro kamen von Industriepartnern, der Rest von der TU Darmstadt.

Nach dem Projektstart im Mai 2013 nahm die „ETA-Fabrik“ im März 2016 auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt  ihren Betrieb auf. Das ehrgeizige Ziel: Durch intelligente Vernetzung einer innovativen Gebäudehülle und einer im  Maschinenbau typischen Produktionsprozesskette deutlich mehr Energie einzusparen als das möglich wäre, wenn alle  Komponenten für sich isoliert energetisch optimiert worden wären. 15 bis 20 Prozent zusätzliche Einsparungen prognostizierte das beteiligte wissenschaftliche Kollegium. Dafür wurde an der TU Darmstadt eine eigene Modellfabrik im Maßstab 1:1 interdisziplinär entwickelt, gebaut und betrieben. Maschinen und Gebäude arbeiten gleichsam zusammen. So wird zum Beispiel die Abwärme der Anlagen genutzt, um andere Anlagen oder das Gebäude zu beheizen. Eine übersichtliche Zusammenfassung der Forschungsergebnisse liefert die kürzlich veröffentlichte Broschüre zum Projekt.

Nach fünf Jahren Forschung und zwei Jahren Betrieb ist das ETA-Projekt nun offiziell abgeschlossen. Es hat gezeigt, dass mit einer nach ETA-Kriterien neu aufgebauten Fabrik ein marktfähiges, wirtschaftlich realisierbares Energie-Einsparpotenzial von 40 Prozent gegenüber einer konventionellen Produktionsstätte besteht. Doch auch bereits bestehende Betriebe können vom Ansatz profitieren, der in der „ETA-Fabrik“ entwickelt und unter Praxisbedingungen getestet wurde: In einer Fertigung des Industriepartners Bosch Rexroth AG konnte ein Einsparpotenzial von 24 Prozent – 670.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – aufgezeigt werden. Zudem wurden Abwärmequellen identifiziert, die zur Beheizung von 1.500 Quadratmetern Produktionsfläche genutzt werden könnten. Viele der im Rahmen des Projekts „ETA-Fabrik“ gewonnenen Erkenntnisse hat das PTW bereits weitergegeben: Mit jährlich rund 2.000 Besuchern und über 25 Workshops wurden Vertretungen aus der Industrie in puncto ETA-Fabrik: 40 Prozent Energieeinsparung in der industriellen Produktion Energieeffizienz in der Produktion fit gemacht.

Mit der Modellfabrik steht auf der Lichtwiese weiterhin der Rahmen für zukunftsweisende Anschlussprojekte zum Thema Energieeffizienz und Energieflexibilität zur Verfügung. Aus der „ETAFabrik“ heraus entstanden zum Beispiel die laufenden Projekte „SynErgie“, „PHIFactory“ und das Umsetzungsprojekt „ETA-Transfer“. Auch beim jüngst gestarteten Projekt „ArePron“ zum Aufbau von ressourceneffizienten, vernetzten Produktionssystemen wird das Großforschungsgerät ETA-Fabrik weiter genutzt.